ulmmed Gesundheitsforum im Ulmer Stadthaus, März 2017

Fibromyalgie | Gesundheitsforum März 2017

ulmmed Gesundheitsforum im Ulmer Stadthaus, März 2017

Fachärzteverbund „ulmmed“ informiert über schmerzhafte Krankheit im vollbesetzten Stadthaus.
v.l.n.r.: Dr. Gewndolin Etzrodt-Walter, Endokrinologie, Dr. Anton Radlmayr, Orthopädie, Prof. Herbert Schreiber, Neurologie/Psychiatrie, Dr. Nadia Rinaldi, Rheumatologie (Foto: Ralf Grimminger)

Diffuses Krankheitsbild erschwert Diagnose von Fibromyalgie

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) war das Thema des Gesundheitsforums des Fachärzteverbunds „ulmmed“ im  voll besetzten Stadthaus. An der Krankheit leiden viele Millionen Menschen, die bis zur richtigen Diagnose oft schon eine Odyssee hinter sich haben. Über die psychosomatische Krankheit informierten am Mittwoch umfassend ein Neurologe, ein Orthopäde und eine Rheumatologin.

Der Ulmer Fachärzteverbund für Qualitätsmedizin mit rund 120 Medizinerinnen und Medizinern weise das Leistungsspektrum einer Universitätsklinik auf, sagte die ulmmed-Vorsitzende Dr. Gwendolin Etzrodt-Walter. Diese Fachkenntnisse wolle ulmmed bei den Gesundheitsveranstaltungen im Stadthaus weitergeben. Diesmal ging es um das weit verbreitete Fibromyalgie-Syndrom, an dem rund drei Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden. Das FMS ist eine vor allem bei Frauen im mittleren Lebensalter vorkommende nicht entzündliche chronische und schmerzhafte  Erkrankung des Bewegungssystems.

Dr. Nadia Rinaldi von der Praxis für Rheumatologie erläuterte  eingangs, dass sich die Fibromyalgie, wörtlich Faser-Muskel-Schmerz, durch diffuse Schmerzen und Muskelverspannungen, besonders in Armen, Beinen und Rücken bemerkbar macht. Symptome sind unter anderem Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und reduzierte Leistungsfähigkeit. Begleitsymptome können kalte Hände und Füße, Zittern, Schwitzen, Herz-und Kreislaufstörungen, ebenso wo Blasen- und Mastdarmstörungen sein. Die Fibromyalgie werde beeinflusst, so Dr. Nadia Rinaldi, durch Witterung, seelische Belastungen, aber auch durch Erfolge im Beruf oder eine gute Familienstruktur. Grundsätzlich schwierig sei die Diagnose. Für den Rheumatologen gelte es entzündliche rheumatische Krankheiten, wie etwa Arthritis, oder auch eine Infektionserkrankung, auszuschließen. „Fibromyalgie ist eine Ausschlussdiagnose“, so die Fachärztin. Das heißt: Die Diagnose wird indirekt durch konsequentes Ausschließen anderer Krankheitsursachen gestellt. Und das kann dauern.

Dr. Anton Radlmayr referierte über die Fibromyalgie aus der Sicht des Orthopäden. Die „Fibromyalgie“ zeige sich beispielsweise durch  Reizzustände der Sehnensansätze oder Verspannungen der Muskulatur. Andere Schmerzursachen müssten zuvor ausgeschlossen werden können, so der Facharzt aus Ulm, der die vielen Zuhörer warnte: „Es gibt nicht die eine Lösung zur Behandlung der Beschwerden“. Für eine erfolgsversprechende Behandlung des Fibromyalgie-Syndroms sei seitens der Betroffenen viel Eigeninitiative und Verständnis für die Krankheit notwendig.
Professor Dr. Herbert Schreiber von der Nervenfachärztlichen Gemeinschaftspraxis Ulm beleuchtete aus neurologischer Sicht die Rolle des Schmerzgedächtnisses bei der Entstehung der Schmerzen. So vielfältig wie die Krankheitssymptome sind laut Professor Schreiber auch die Therapiemöglichkeiten, die von einer Bewegungstherapie über Selbsthilfestrategien und Medikamente bis zur psychologischen Behandlung des Patienten reichen.  Er riet den Betroffenen dazu, den Schmerzen zu akzeptieren und mit diesem zu leben.

Nach den Referaten beantworteten die Fachärzte ausführlich die Fragen vieler Zuhörerinnen und Zuhörer.

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